In 'Mr. Noon' hat D. H. Lawrence einen dramatischen Teil seiner Biographie aufgearbeitet: wie er die deutsche Adlige Frieda von Richthofen kurz vor dem Ersten Weltkrieg verführte und entführte, liebte und fürchtete. Der Dichter propagiert die freie Liebe, Johanna/Frieda lebt sie. Sie verführt den jungen Gilbert am ersten Abend, und eine Liebe beginnt, die »wie Feuer brennt und kalt wie Eis« ist.
Der Dichter propagiert die freie Liebe, Johanna/Frieda lebt sie. Sie verführt den jungen Gilbert gleich am ersten Abend, und eine Liebe beginnt, die »wie Feuer brennt und kalt wie Eis« ist. Das Paar flieht nach Deutschland, wandert durch das Rheinland, Bayern, Tirol nach Italien. Soldaten begegnen ihnen, der Kontinent rüstet zum Ersten Weltkrieg. Johanna, die Sinnliche, betrügt Gilbert mit einem Mitreisenden: Auch »Liebe ist ein Schlachtfeld«. Der Roman bricht mitten im Satz ab. 'Mr. Noon' ist eine literarische Sensation. Seit 'Sons and Lovers' hatte D. H. Lawrence keinen autobiographischen Text mehr geschrieben. So glaubte man. Der Autor selbst rechnete mit einem Skandal, wenn er erscheinen würde - sein Leben mit Frieda sorgte ohnehin für Aufsehen. Das Manuskript wurde abgelehnt, vergessen. Die Leidenschaft der »beiden unbändigen Geschöpfe« gibt es seit 55 Jahren nicht mehr; in 'Mr. Noon' wird sie erzählt.
»Wenn dieser Autor mit den Jäger- und Reiterinstinkten gerade nicht Pfaffen abschießt oder mit Amokläufen beschäftigt ist (was sei), so kann er Bilder von unvergesslicher Zartheit und Transparenz erschaffen.«