Peter Urban, Herausgeber und Übersetzer der größten nichtrussischen Cechov-Edition, die im Diogenes Verlag erscheint, hat für diesen Almanach Gedanken und Überlegungen Cechovs zu Stichworten von A bis Z zusammengestellt.
»Das ist die gemeinste Faulheit: die des Denkens.\Ich bin kein Liberaler, kein Konservativer, kein Reformanhänger, kein Mönch, kein Indifferenter. Ich möchte ein freier Künstler sein und nichts weiter, und ich bedaure nur, dass Gott mir nicht die Kraft gegeben hat, einer zu sein. Ich hasse Lüge und Gewalt in all ihren Erscheinungsformen, und Konsistorialsekretäre sind mir gleichermaßen zuwider wie N. und G. Pharisäertum, Stumpfsinn und Willkür herrschen nicht allein in Kaufmannshäusern und Gefängnissen; ich sehe sie in der Wissenschaft, in der Literatur, unter der Jugend ? Darum hege ich gleichermaßen geringe Vorliebe für Gendarmen, für Fleischer, für Gelehrte, für Schriftsteller, für die Jugend. Firma und Etikett halte ich für ein Vorurteil. Mein Allerheiligstes sind - der menschliche Körper, Gesundheit, Geist, Talent, Begeisterung, Liebe und absolute Freiheit von Gewalt und Lüge, worin sich die beiden Letzteren auch äußern mögen. Das ist das Programm, an das ich mich halten würde, wenn ich ein großer Künstler wäre.«
»Es wären seine Werke, die ich auf eine Reise zu einem anderen Planeten mitnehmen würde.«