'Zwischen Kneipe und Lotterbett / zerren sie an dir herum / die zehn Pferde des Sprichworts / aber du weichst nicht'. In Jägersbergs Gedichten findet bitteres Weh über ein verschwundenes Fahrrad ebenso Platz wie das Lob der Stampfkartoffeln, die Einsicht, dass Fußball hilft, ebenso wie die Warnung davor, was passiert, wenn man die falschen Frauen küsst. Ein poetischer Kosmos voller Konkretheit, Wehmut und Witz.
Ein Mann hat drei Brillen, nie sind sie zur Hand, wenn er sie braucht. Eigentlich sollten sie auf dem Tisch liegen. 'Manchmal such ich herum / drei Brillen auf der Nase / wo ist der Tisch'. So kann es gehen in den Gedichten von Otto Jägersberg. Der Dichter selbst hat auch drei Brillen. Eine für das Nahe, das er so dicht heranholt, dass es auf einmal fremd und neu wirkt. Eine für die Ferne, wohin seine Sehnsucht schweift. Und eine für das Komische, das er im Zusammenprall von Hehrem und Bodenständigem überall entdeckt.
»Autor mit subtilem Witz.«