Seine Stücke 'Tango' und 'Striptease' kennen nicht nur Theaterfans. Seine Stücke werden rund um den Globus gespielt, kein anderer Theaterautor nach Samuel Beckett wurde so berühmt. Nun schrieb der Dramatiker von Weltrang seine Autobiographie.
Es war ein abenteuerliches Leben, zu dem der in der Schule eher schüchterne junge Slawomir praktisch gezwungen wurde: Er war Kind und Jugendlicher während der Kriegszeit, erlebte die Okkupation durch die Nazis, die Befreiung Polens, die Hungerjahre im und nach dem Krieg, den Aufbau der 'Volksrepublik Polen'. Mrozek erzählt auf rührende Weise, wie sein Weg zum Theater durchaus nicht gradlinig verlief: Er führte über das Architekturstudium, über den Journalismus, das Kunststudium, das Karikaturenzeichnen für ein Wochenblatt und über das Schreiben für ein Kabarett. Erst im Jahre 1958 schrieb er sein erstes, erfolgreiches Theaterstück 'Polizei'. Von da an wusste er genau, wohin sein Weg ging. Mrozek verschweigt auch nicht seine jahrelange Mitgliedschaft in der 'Polnischen Arbeiterpartei'. Erst durch seine Auslandsreisen nach Paris und New York gewann er so viel Abstand, dass er nach seiner Heimkehr das Parteibuch abgab. Die Niederschlagung des Prager Frühlings veranlasste ihn schließlich, mit seiner ersten Frau, Maria Obremba, von einer Auslandsreise nach Paris nicht nach Polen zurückzukehren. So wurden aus einem Touristenaufenthalt in Italien und Frankreich zwanzig Jahre Exil in Paris und dreizehn Jahre in Mexiko, wohin ihn seine zweite Ehe mit der Theaterregisseurin Susana Osorio brachte. Nach der Wende in Polen kehrten die beiden in Mrozeks Heimatstadt Krakau zurück, in der ihn auch heute noch jedes Kind kennt. Slawomir Mrozek, der sich seit seinem Schlaganfall Balthasar nennt, zum Zeichen, dass er danach nicht mehr derselbe war, schaut zurück auf ein bewegtes Leben, in dem es nur eine Konstante gab: das Theater.
»Slawomir Mrozek ist so erfrischend unterhaltsam, daß man süchtig nach ihm werden kann.«