Mehrsprachigkeit ist inzwischen Normalität in Familien, Kitas und Schulen vieler europäischer Länder, selbst wenn sie sich nicht als mehrsprachig verstehen. Trotzdem wird sie noch als Ausnahme betrachtet - zumindest von institutioneller Seite und im Verständnis bestimmender Teile der Gesellschaft. Wie können Bildungsinstitutionen zur Normalisierung von Mehrsprachigkeit beitragen? Auf welcher Grundlage lässt sich dort Mehrsprachigkeit verhandeln? Wie können dabei die Bedürfnisse der Sprecher:innen berücksichtigt werden?
Als Antwort auf diese Fragen stellen die Autorinnen das in Forschung und Praxis entwickelte Modell der 'Sprachtreppe' vor. Es ermöglicht, konkrete Formen von Sprachorganisation in Institutionen zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. Eltern, Pädagog:innen und Studierende können gemeinsam mit Familienmitgliedern oder Schüler:innen ihre eigene Umgebung erkunden und reflektieren. Angeregt von den Beobachtungen lassen sich so Handlungsräume entdecken und gemeinsam Veränderungen anstoßen, die zur institutionellen Normalisierung von Mehrsprachigkeit beitragen.