Es gibt wohl keine Epoche ohne Melancholie, ohne tiefe individuelle Traurigkeit, ohne innere Qual, ohne Seelenschmerz. Doch es gibt eine Epoche, in der die Melancholie aufhört, ein bloß individuelles Gefühl zu sein, und zum Grundzug des Lebens wird: die Moderne. Denn erst in der modernen Welt geht die Melancholie mit einem radikalen Verlust des Weltsinns einher. Warum kommt es dazu? Warum erlebt man gerade im Zeitalter des Begehrens, der Praxis, der Technik, der verallgemeinerten Produktion eine epidemische Ausbreitung der Melancholie? Warum hört die Melancholie in den letzten zwei Jahrhunderten, besonders im zwanzigsten, auf, ein Phänomen ¿persönlicher¿ Natur zu sein, und wird zu einem sozialen, kulturellen, historischen, ja sogar metaphysischen Ereignis?
Das sind die Fragen, von denen
Melancholie und Ende der Welt
ausgeht - ein Buch, in dem
Paolo Godani
seine Leser auf eine schwindelerregende Reise mitnimmt - auf der Suche nach grundlegenden Begriffen wie Körper, Endlichkeit und dem Lebendigen.
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