Quo Vadis, Ben Hur, Gladiator: Wie viel Realität steckt in Hollywoods »Sandalenfilmen«? Anhand vieler Beispiele werden Realität und Fiktion anschaulich verglichen und erklärt.
Dabei haben Filme wie »Spartacus« oder »Die letzten Tage von Pompeji« das populäre Bild von der römischen Antike weit mehr geprägt als die traditionellen Quellen zur alten Geschichte. Was jedoch den Realitätsgehalt dieser Filme angeht, so spielt der aktuelle Forschungsstand oftmals eine geringere Rolle als technische Sachzwänge, künstlerisches Stilwollen und nicht zuletzt die Erwartungshaltung des Publikums. Alle Aspekte analysiert der Autor anhand zahlreicher Filmbeispiele aus einem Dreivierteljahrhundert Filmgeschichte.
Ridley Scotts Erfolgsfilm Gladiator lenkte vor zwei Jahren die Aufmerksamkeit
auf ein Filmgenre, das man seit 35 Jahren tot geglaubt hatte und das nun
vor einer Renaissance zu stehen scheint: der antike Monumentalfilm, oft
auch etwas geringschätzig als "Sandalenfilm" bezeichnet. Dabei darf man
aber nicht übersehen, daß Monumentalfilme wie Ben Hur, Quo Vadis, Spartacus
oder jetzt Gladiator das populäre Bild von der römischen Antike weit mehr
geprägt haben als die traditionellen Informationsquellen zur alten Geschichte.
Film ist die dominierende neue Kunstform des 20. Jhs. gewesen und wird
es - in raschem technischen Wandel - wohl auch auf absehbare Zeit bleiben.
Wenn sich dieses Medium dem Thema "Geschichte" zuwendet, dann verwandelt
es sich in die perfekteste Zeitmaschine, die der Menschheit je zu Gebote
stand. Was jedoch den Realitätsgehalt des Films angeht, so spielen Aspekte
wie z. B. der aktuelle Forschungsstand zum Thema, technische Sachzwänge,
künstlerisches Stilwollen oder die Erwartungshaltung des Publikums keine
geringere Rolle, als dies in herkömmlichen Darstellungsformen der Fall
war - auch wenn uns die Suggestivkraft des Films das Gegenteil vorgaukelt.
Alle genannten Aspekte analysiert der Autor u.a. anhand zahlreicher Filmbeispiele
aus beinahe einem Dreiviertel-Jahrhundert Filmgeschichte.